1826–2026: 200 Jahre Abschied von Landshut
12.06.2026
Das Moosburger Graduale zu Gast in der Zisterzienserinnen-Abtei Seligenthal
12.06.2026
Das Moosburger Graduale zu Gast in der Zisterzienserinnen-Abtei Seligenthal
© UB der LMU München
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1826 dekretierte König Ludwig I. die Umsiedlung seiner ältesten Landesuniversität von Landshut nach München. Die Landshuter Epoche währte in der bald 555 Jahre andauernden Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität nur kurz. Über drei Jahrhunderte war die 1472 begründete Universität in Ingolstadt beheimatet gewesen, als Kurfürst Maximilian VI. Joseph sie und mit ihr die Universitätsbibliothek 1800 nach Landshut verlegen ließ. Unter beengten Verhältnissen hatte die im weitläufigen Landshuter Dominikanerkloster untergebrachte Bibliothek nicht zu leiden, aber weit über 100.000 Bände waren neu zu ordnen und zu katalogisieren, denn die Büchermassen der Säkularisation von 1802/1803 ließen sie zur drittgrößten Hochschulbibliothek in Deutschland aufrücken.
Das Moosburger Graduale
Zur Erinnerung an den Abschied von Landshut vor 200 Jahren wird während der Landshuter Hofmusiktage (12.06. – 19.07.2026) das Moosburger Graduale in der Zisterzienserinnen-Abtei Seligenthal im Original zu sehen sein. Die mit acht größeren Zierinitialen vom Lombardentyp mit reichem Fleuronné und fünf großen Bildinitialen (Deckfarbenmalerei auf Gold) ausgestattete Pergamenthandschrift nimmt unter den in Deutschland niedergeschriebenen lateinischen Musikhandschriften des Spätmittelalters eine herausragende Stellung ein. Sie enthält neben den üblichen liturgischen Gesängen eine Sammlung von Liedern zur Weihnachtszeit. Das Kollegiatstift Moosburg wurde 1598 auf Veranlassung Herzog Wilhelms V. nach Landshut transferiert und im Zuge der Säkularisation 1803 aufgehoben; die imponierende, um 1360 entstandene Handschrift mit der hochberühmten Sammlung von Weihnachtsliedern gelangte als Säkularisationsgut in die damalige Universitätsbibliothek Landshut. Sie gehört heute zum Zimelienbestand der Universitätsbibliothek der LMU München (Cim. 100) und war im Freistaat in den letzten 25 Jahren öffentlich nur einmal während der Langen Nacht der Münchner Museen 2017 kurz zu sehen.
Die Ausstellungsbeteiligten
Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universitätsbibliothek der LMU München, der Landshuter Hofmusiktage e.V. und der Zisterzienserinnen-Abtei Seligenthal in Landshut. Die wissenschaftliche Begleitung liegt bei Prof. Dr. Christof Paulus (Lehrstuhl für Bayerische Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte mit besonderer Berücksichtigung des Mittelalters, LMU München); er ist Autor u. a. von Bayerns Zeiten: Eine kulturgeschichtliche Ausleuchtung (2021).
Termin und Ort der Ausstellung
Ansprechperson
Dr. Sven Kuttner
Universitätsbibliothek der LMU München
Stellvertretender Direktor
Abteilung Historische Sammlungen
E-Mail: sven.kuttner@ub.uni-muenchen.de